Nachhaltige Haustechnik

Inzwischen hat sich auch bei den fortschrittsgläubigsten Menschen die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Energie- und Umweltprobleme mit hochgerüsteter Dämmtechnik, Wärmepumpen und Smart-Home-Technologien nicht zu lösen sind, sondern dadurch sogar verschärft werden – da ein neues, noch so avanciertes Null-Energie-Haus nie oder erst nach Jahrzehnten die Menge Energie einspart, die zu seiner Herstellung erforderlich war.

Holhraumdosen für die elektrische Installatioinen in einer HolzrahmenbauwandDie Entscheidungen für oder gegen bestimmte Bauweisen oder Bauprodukte für unsere Wohnhäuser und Wohnungen wird immer häufiger bestimmt von Ängsten, die entweder mit dem Verlust von Wohnkomfort oder mit dem Verlust von Heizenergie zusammenhängen. Die Konzentration der Begehrlichkeiten auf allein diese beiden Aspekte des Bauens, hat es der Industrie leicht gemacht, uns mit zahlreichen technischen Errungenschaften zu überhäufen, von deren Notwendigkeit wir inzwischen mehrheitlich überzeugt zu sein scheinen.

Innovative Haustechnik – Segen oder Fluch?

Ohne hocheffiziente Wärmepumpen, zentrale Lüftungssysteme, ins Stromnetz einspeisende Fotovoltaik-Anlagen oder per I-Phone ferngesteuerte Beschattungssysteme, scheint heutiges und zukünftiges Wohnen nicht mehr möglich zu sein. Die Haustechnik eines „komfortablen“ Einfamilienhauses - Passivhaus-Bauweise vorausgesetzt - übersteigt heute nicht selten mehr als 100.000,- Euro. Eine so hohe Investition ist allein durch eingesparte Heizenergie nicht zu kompensieren. Die erzielten Fördermittel kompensieren oft gerade die Kosten der zusätzlich benötigten elektrischen Energie für Pumpen, Lüfter und Steuerungen.

Kombinationsofen im Wohnzimmer: Holzscheitofen und PelletofenWenn die teure Haustechnik für die Bauherren keinen Segen darstellt, dann sollten diese enormen technischen Aufwendungen doch für die Umwelt einen entscheidenden Vorteil in der CO2-Einsparung bieten. Doch die Gesamtökobilanz, in der sämtliche Energien - für die Produktion, Betrieb und Entsorgung - zusammen berücksichtigt werden, macht deutlich, dass die in einem Passiv-Haushalt eingesparte Energie bei Weitem nicht ausreicht, um die bereits bei der Produktion der Haustechnik verbrauchte Energie zurückzugewinnen. Es bleibt der Verdacht, dass unsere haustechnischen Errungenschaften am Ende doch nur der Bauindustrie nutzen, die selbst in zahlreichen DIN-Ausschüssen über deren Notwendigkeit entscheiden durften.

Moderne Haustechnik sorgt dafür, dass wir uns weniger bewegen müssen, dass wir weniger Gerüche wahrnehmen und dass wir weder die Wärme noch die Frische wahrnehmen können, die unser Haus auszustrahlen kann. Eine übertriebene Haustechnik sorgt dafür, dass wir unser Haus und die damit verbundenen Prozesse nicht mehr spüren, bzw. verstehen müssen.

Moderne Haustechnik - Gewinn oder Verlust an Lebensqualität?

Der Holzofen im Wohnzimmer sorgt für behagliche WärmeDie Heizwärme in unseren Häusern ist nicht mehr von uns wahrzunehmen, weil alle Räume und Oberflächen annähernd dieselbe Temperatur besitzen. Der Duft von natürlichen Materialien wie Holz oder Kerzenwachs ist nicht mehr wahrzunehmen, da die kontinuierliche Belüftung der Räume durch Lüftungstechnik die Wahrnehmung von Gerüchen unmöglich macht. Wir kommen gar nicht mehr auf den Gedanken, ein Fenster zu öffnen, da wir weder die verbrauchte Luft bemerken, noch die erfrischende Wirkung des Luftzuges eines offenen Fensters spüren werden. Moderne Haustechnik trägt also dazu bei, dass die natürlichen Einflüsse unserer Umgebung nicht mehr von uns erfahrbar sind.

Reduzierte Haustechnik - Weniger ist Mehr!

Faszination Kamin im WohnzimmerNachhaltiges Bauen definiert sich über ökologisches, ökonomisches, sozial verträgliches und haustechnisch abgerüstetes Bauen.  Ein wichtiges Ergebnis der empirischen Untersuchung bestehender Gebäude hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit lautet in einem Leitfaden des BVBS zum nachhaltigen Bauen: „Je geringer die Investition für Haustechnik – je nachhaltiger ist das Gebäude“. Mit meinen ökologischen Hauskonzepten verfolge ich das Ziel, meinen Bauherren sowohl einen sinnvollen als auch sinnlichen Weg zu einem nachhaltigen Eigenheim aufzuzeigen.