Haus Werder

Haus Werder

Holzhaus mit GlasfassadeHerr Werder war als Geschäftsführer einer Gärtnerei für sich und seine Familie auf der Suche nach einem geeigneten Holzbaupartner für sein geplantes Betriebsleiterhaus. In Nähe der unter Denkmalschutz stehenden, historischen Wirtschaftsgebäude einer benachbarten Hofstelle plante er für sich und seine junge Familie sein neues Zuhause. Herr Werder ist bei seinen Recherchen darauf aufmerksam geworden, dass ich fünf Jahre lang für den Öko- Fertighaushersteller BAUFRITZ tätig war. Da sich die Werders für ihr Haus eine ökologische und wohngesunde Bauweise wünschten, nahmen sie Kontakt zu mir auf.

Die Planung

Holzhausplanung Beeken ErdgeschossHolzhausplanung Beeken Dachgeschoss

Der wichtigste Aspekt des Hauskonzeptes war der Wunsch der Baufamilie, einen möglichst ungehinderten und freien Blick auf die umliegenden Hofflächen und in die Natur zu erhalten. Um diesen Wunsch nachzukommen, wurde zunächst der Baukörper ausgerichtet und die Fensteranordnung nach den Sichta

chsen sortiert. Im Südwesten erhielt das Haus eine große Eckverglasung in Form einer geschossübergreifenden Pfosten-Riegel-Konstruktion, welche nicht nur den Blick auf das Gelände freigibt, sondern zugleich die Wohnräume in beiden Geschossen mit hellem Tageslicht versorgt. Selbst vom Schlafzimmer aus können Herr und Frau Werder durch ein innenliegendes Fensterband durch die Eckverglasung auf ihre Hoffläche schauen.

Der Holzbau

Lärchenholz-Fassade boden-Deckel-Schalung senkrechtAls Fassadenbekleidung wünschte sich Familie Werder eine traditionelle und in der Region bei Wirtschaftsgebäuden häufig vertretene, senkrechte Boden-Deckel-Schalung. Die Dämmebenen der Außenwände und des Daches wurden dampfdiffusionsoffen mit Zellulose gedämmt und erfüllen, unterstützt durch eine hochwärmegedämmte Sohlplatte und den 3-fach verglasten Holzfenstern spielend den KFW-40 Standard.

Holzhaus Dachüberstand mit OberlichtAls Geschossdecke kam eine sichtbare Holzbalkenlage zum Einsatz. Die offene Balkenoptik gliedert ästhetisch die Untersicht der Geschossdecke und zeigt das schöne Baumaterial des Hauses. Die nach Süden und Westen orientierten Fenster und Terrassentüren wurden mit einem Beschattungssystem ausgestattet, damit es in den Sommermonaten zu keinen Überhitzungserscheinungen der Innenräume kommen kann. Dank des geraden, parallel zum First laufenden Treppenlaufs, musste die Durchlaufwirkung des in der Decke liegenden Unterzuges nicht unterbrochen werden, was zusätzliche Kosten vermieden hat.

Durch die hohe Kniestocklage in Verbindung mit der relativ flachen Dachneigung lassen sich alle Räume des Obergeschosses fast bis zur Traufe bei voller Stehhöhe begehen, obwohl das Haus nach der Landesbauordnung Hamburg noch eingeschossig ist. Dank des hohen Kniestocks konnte ganz auf Dachflächenfenster verzichtet werden, da die Traufen den zur Belichtung der Räume benötigten Fenstern ausreichend Platz boten.

Die Haustechnik

Brennstoff Holz - ein ökologischer BrennstoffBei Haus Werder handelt es sich um ein typisches Low-Tec-Haus aus der KRÖGERhausplan-Schmiede. Dank der Nähe zum betrieblichen Hackschnitzel-Ofen konnte auf eine eigene Wärmeenergiequelle ganz verzichtet werden. Stattdessen wurde das Haus per Fernwärme an die CO2-neutrale Heizungsanlage der Hofgebäude angeschlossen.  Damit bei Bedarf das neue Haus sich auch selbst mit Wärmeenergie versorgen kann, wurden bereits im Vorwege ein Schornstein und die entsprechenden Leitungen für den Anschluss eines Holzscheitofens mit Wärmetauscher vorbereitet. Auf diese Weise kann die Familie jederzeit mit einem geeigneten Holzofen die Beheizung ihres Haues von der Hackschnitzelanlage autark selbst übernehmen.

Zusätzlich zu den lichtschaltergesteuerten Ablüftern in der Badzimmern des Haues besitzt das Haus Werder eine dezentrale Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung. Da sich diese Einzellüfter manuell bei Bedarf ein- und ausschalten lassen, bleibt das angenehme Wohnklima des Hauses in den Wintermonaten erhalten.

Der Ausbau

glattes Türblatt, Dickfurnier geöltDer Innenausbau des Hauses Werder erfolgte nach wohngesunden und nachhaltigen Gesichtspunkten. Die Bekleidung der Installations- und Innenwände wurde mit der GREENLINE-Gipsfaserplatte der Firma FERMACELL ausgeführt. Diese Platten haben eine ähnliche, klimabelebende Wirkung wie Lehmbauplatten und sind dabei bei Weitem nicht so kostenintensiv. Die Stärke der Platte von 15mm erlaubt die Befestigung von Regalen und Hängeschränken ohne Dübel, und ohne das zusätzliche Maßnahmen zur konstruktiven Verstärkung des Unterbaus notwendig sind. Die Isolierungen der Hohlräume in den Innenwänden und in der Installationsebene wurden in Holzweichfaserplatten ausgeführt.

offene Holzbalkendecke in Küche mit EssplatzBis auf die Bodenflächen der Bäder, des Hauswirtschaftsraumes und des Windfangs wurden alle Bodenflächen mit Eichenparkett in Landhausdielenformat ausgestattet. Besonders die mit Dickfurnier belegten Innentüren aus massiver Stäbchenplatte sind echte Hingucker. Derart hochwertige Tischlerarbeiten sind in Norddeutschland selten. Deshalb mussten die Türen extra in Österreich bestellt werden. Alle Räume wurden ausnahmslos im Q3 flächig verspachtelt und weiß in einer dampfdiffusionsoffenen Silikat-Farbe gestrichen.

Die Hausdaten:

Haus Werder
  • 179,10 m² Wohn-Nutzfläche
Wohn- Nutzfläche EG       98,10 m²
  • Windfang
  • Gäste-WC mit Dusche
  • Büro
  • Gästezimmer
  • offener Wohn-/Ess-/Küchenbereich
  • Haustechnik-Hauswirtschaftsraum
Wohn- Nutzfläche OG       81,20 m²
  • Elternschlafzimmer mit Ankleide und Badbereich
  • offener Galeriebereich
  • Kinderbadezimmer
  • 2 Kinderzimmer
  • 2 Ankleidekammern
Besonderheiten der Haustechnik
  • Fernwärmeanschluss an die Hackschnitzelanlage des Bauernhofes
  • Nachrüstung eines Scheitholzofens im Wohnbereich möglich
  • Abluft in den Bädern, sonst Fensterlüftung
  • Jalousien-Beschattung im Süden und Westen
Energiestandard
  • KFW-40 Effizienzhaus, zusätztlich durch WK-Hamburg gefördert
Baukosten Brutto
  • 1.860,- Euro /m² Wohnfläche